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Carmen López Hernández

Lic. Phil. Psychologist

Master in Human Resources

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Switzerland

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Initiative

Carmen López

Psychologin. Master in Human Resources.

 

“ Es gibt drei Arten von Menschen in der Welt: die Menschen, die die Dinge passieren lassen; die Menschen, die sehen, was passiert ist und die Menschen, die sich die Frage stellen, was passiert ist” Mary Kay Ash.

 

Mary Kay Ash arbeitete in den 50er und 60er Jahren in den USA als Verkäuferin für Kosmetikfirmen. Sie gründete schliesslich ihr eigenes Unternehmen, nachdem  sie sah, wie neue Mitarbeiter, die sie ausgebildet hatte,  anstelle ihrer Person befördert wurden. Ihre Art dagegen zu protestieren war, ein eigenes Kosmetikimperium  zu gründen, dass heute einen weltweiten jährlichen Umsatz von mehr als 2 Milliarden Dollar hat.

 

Tom Peters zitierend kann man sagen, dass die Leute, die die Welt ändern, die verärgerten Menschen sind. Sie ergreifen die Initiative. Das Wort Initiative leitet sich aus dem Lateinischen “initium” ab, was beginnen bedeutet. In der Welt der Unternehmen, der Bildung und der Psychologie, bedeutet Initiative die Fähigkeit, etwas zu initiieren ohne  Aufforderung, Einfluss  oder  Anordnung  einer anderen Person.  Initiative entwickelt sich in den folgenden Phasen: zunächst die Nicht-Akzeptanz eines Zustandes, gefolgt von der Rebellion gegen den Status Quo und schliesslich die Suche nach einer Alternative und ihrer Durchführung.

 

In den USA  rechnet man, dass mehr als 100.000 Patienten pro Jahr in Krankenhäusern sterben aus Gründen, die vermeidbar wären. Der Arzt Peter Pronovost des John Hopkins Hospitals stellte eine Liste von Kontrollen auf, wie sie die Piloten von Fluggesellschaften vor jedem Abflug nutzen. Man erreichte damit schliesslich, die Infektionen der Patienten, die sie ansonsten während ihres Krankenhausaufenthalts bekommen konnten, fast auf Null zu reduzieren. Diese Checkliste wurde in vielen Krankenhäusern mit dem gleichen erfolgreichen Ergebnis institutionalisiert.   

 

“Die Erfolgreichen suchen sich die Umstände,  die sie  brauchen, und wenn sie sie nicht finden, dann schaffen sie sich die Umstände selber”. George Bernhard Shaw.

 

Die Initiative in einem Unternehmen

 

Heutzutage erleben wir auf dem Arbeitsmarkt sowie in Unternehmen weltweit beispiellose Veränderungen. Unter diesen Umständen müssen die Firmen Leute mit Initiative einstellen. Denn: 

 

  • Die Arbeitsplatzbeschreibung, die man für eine Stelle macht, ist schnell veraltet aufgrund der rapiden Veränderungen des Marktes. Der Mitarbeiter, der  seine Funktion selbst neu definiert, spart der Firma Zeit und Geld. Es ist der Mitarbeiter, der als erster das neue Bedürfnis von internen und externen Kunden entdecken und darauf schnell reagieren kann. Während dieser Prozesse ist die Aufgabe der Firmenleitung oder des Teamleiters, diese Entwicklung zu beaufsichtigen und mit der Arbeit des restlichen Teams zu vereinbaren.

 

  • Wer seine eigenen Ziele definiert, ist  doppelt motiviert. Dabei handelt es sich um grundlegende psychologische Prozesse. Wir reagieren schlechter auf die Aufgaben, die  andere uns auferlegen,  als  auf die eigenen. Wenn Sie die Motivation ihrer Mitarbeiter beibehalten wollen, treffen Sie nicht alle Entscheidungen für sie. Lassen Sie sie an der Entwicklung und der Definition der Ziele teilhaben. Damit erreichen Sie einen weiteren Vorteil: Wenn man für Ziele, die nicht erreicht worden sind, die Verantwortlichen sucht, kann niemand sagen, dass sie unrealistisch und unmöglich zu verwirklichen waren. Ihre Angestellten haben selbst an der Zieldefinition mitgearbeitet und somit sind sie automatisch stärker in die Verwirklichung der Ziele eingebunden.

 

  • Design der eigenen Karriere: Die Arbeitsstelle, an der man für sein ganzes Leben verweilt,  gibt es nicht mehr. Talentierte Personen sehen ihre Karriere als eine Folge von Projekten. Wenn ein Unternehmen jemanden mit Begabung braucht, ist nicht nur das Gehalt wichtig,  damit diese Person Interesse entwickelt. Es ist wichtig, dass Ihre Projekte “cool” sind, wenn Sie die Besten in Ihrem Team haben wollen. 

 

  • Design der eigenen Weiterbildung: Der weltweit stetige Rhythmus der Innovationen und der wachsenenden Kompetenzen, drängt Mitarbeiter, vor allem aber auch Führungskräfte und Selbstständige, sich selbst um Ihre Weiterbildung zu kümmern und neue Fähigkeiten zu erlangen. Im Lebenslauf müssen nicht nur ein abgeschlossenes Studium und Master zu finden sein, sondern auch eine gewisse Anzahl verschiedener spezialisierter Kurse.  Die CAS (Certificate of Advanced Studies) und die MOOC (Kurse der Fernuniversität) erlauben jeder Person einen massgeschneiderten Lebenslauf  für sich zu erlangen. 

 

  • Das Sparen von internen Kosten: Die Aussendienstmitarbeiter müssen, gemäss den Bedürfnissen der Kunden, in wenigen Sekunden eine Entscheidung treffen. Dafür benötigen sie Unabhängigkeit und in hohem Masse Initiative. Der Verzicht auf ständige Kontaktaufnahme mit den Vorgesetzten, jedes Mal, wenn  es um eine Ermässigung oder um eine spezielle Bitte eines Kunden geht, spart wertvolle Zeit. Die Kunden wollen immer mit der gleichen Person verhandeln, mit der, die die Entscheidung trifft. Sie wollen nicht die gleichen Themen immer  wieder neu verhandeln. Eine Vereinbarung, die ein Aussendienstmitarbeiter mit einem Kunden unter bestimmten Bedingungen getroffen hat, darf nicht durch einen Vorgesetzten widerrufen werden. Das würde einen  schlechten Ruf für das Unternehmen nach sich ziehen. Die Arbeiter einer Baustelle sehen oft die Fehler als erste und sie haben die Möglichkeit, sie in diesem Moment zu verbessern. Warum sollten wir das nicht erlauben?  Die Firmenpolitik, in der die Mitarbeiter nichts machen können bis der Chef kommt, ist eine Verschwendung von Geld und Zeit.  Das Unternehmen Toyota führte eine neue Philosophie in die Produktionskette ein, das so genannte TPS (Toyota Production System). Die Idee ist einfach: Jeder Mitarbeiter ist aufgefordert,  die Initiative zu ergreifen,  Fehler, die er in der Produktion findet zu korrigieren und sie  mitzuteilen, um in der gesamten Produktionskette davon zu profitieren. Das bedeutet ungefähr eine Million Verbesserungen pro Jahr in der Firma. Jahraus jahrein, machen diese Verbesserungen aus Toyota ein weltweit führendes Autounternehmen.

 

  • Die neue Führung: Die Rolle des Managers hat sich geändert. Es sei denn, wir sprechen über Routinearbeiten. Die neuen Manager haben nicht alle Antworten parat. Ihre Arbeit besteht in erster Linie darin, ein Team zu bilden. Der Moment der Neueinstellung eines Mitarbeiters ist vital, bestimmt er den Erfolg oder das Scheitern des Projektes bevor es beginnt. Der Manager soll des weiteren die Arbeitsstrategie festlegen, welche das  Team motiviert und vereinigen soll, eine Laufzeit und einen Kostenvoranschlag festlegen und schliesslich dem Talent, also seinen Angestellten, erlauben zu arbeiten. Er muss die zwischenmenschlichen Beziehungen kontrollieren und die Kreativität fördern. Das Team steht  nicht ihm zum Service, sondern das Management  steht dem Team zur Vefügung und beseitigt  mögliche Hindernisse und Probleme. Die Firmenführung muss als Vermittler zwischen den Bedürfnissen  der Firma und seines Teams fungieren, sowie zwischen den der  Kunden und dem aktuellen Marktgeschehen.

  

Entwicklung der Initiative 

 

Initiative kann man lehren, dazu erziehen und sie entwickeln. Man muss ein Ambiente (in der Familie, der Firma und in der Schule) schaffen,  wo Fehler nicht bestraft werden, sondern auch Versuche neben den Erfolgen belohnt werden. 

 

Die Initiative wächst allein, wenn es eine günstige oder richtige Umgebung gibt, weil die Menschen von Natur aus neugierig auf Veränderung sind. Leider tendieren unsere Eltern, Lehrer oder ein Management dazu, in unsere Entwicklung der Initiative einzugreifen, um Kontrolle oder Macht auszuüben oder einfach aufgrund von Angst. 

Damit schränken wir die Initiative der Menschen, für die wir verantwortlich sind, ein. 

 

  • Wir müssen den Leuten beibringen, selbst  zu entscheiden: dafür müssen wir sie in alle Prozesse der Entscheidung miteinbeziehen.

  • Wenn eine Idee nicht gut ist, muss man erklären, warum nicht und eine Alternative bieten. Diese Alternative kann natürlich vom anderen auch angegriffen werden, Kritik beruht auf Gegenseitigkeit.

  • Nie darf man jemanden seiner Idee wegen lächerlich machen, egal wie absurd sie auch sein mag.

  • Sorgen Sie dafür, dass die Leute sich sicher fühlen. Sie können deren Ideen mit öffentlicher Anerkennung und Dankbarkeit belohnen

  • Helfen Sie schüchternen Leuten aus sich herauszukommen. Auch sie haben Ideen, aber sie brauchen oft das optimale Ambiente, um sie  vorzutragen zu können. In einer Gruppe ist es oft schwierig für sie. Schlagen  Sie Einzelgespräche mit ihnen vor, um ihren  Blickpunkt kennenzulernen.

  • Bestrafen Sie nicht die Misserfolge! Ein Fehler von einem Mitarbeiter kostet vielleicht 8.000 Euros, aber wir müssen es als Investition für die Weiterbildung verstehen und in einer Besprechung gemeinsam aus begangenen Fehlern lernen. Die Unkosten wären weit grösser, wenn wir die Initiative unserer Mitarbeiter eindämmen würden.